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So mächtig ist unsere Atmung

Die meisten von uns denken den ganzen Tag nicht über die Atmung nach. Sie passiert ganz nebenbei, ohne dass wir sie bewusst wahrnehmen. Näher drüber nachdenken, tun wir vermutlich erst, wenn irgendetwas nicht stimmt. Wenn wir beispielsweise gestresst, nervös, erschöpft, überfordert sind, oder das Gefühl haben, keine Luft mehr zu bekommen.

 

Dabei begleitet uns unsere Atmung jede einzelne Sekunde unseres Lebens und hält uns buchstäblich am Leben.
Umso trauriger ist es, dass viele Menschen völlig verlernt haben, wirklich tief und bewusst zu atmen.

 

Ich glaube sogar, dass man an der Atmung ziemlich gut erkennen kann, wie es einem Menschen wirklich geht - körperlich und mental.
Viele von uns leben - aufgrund eines schnellen hektischen Alltags - dauerhaft in einer Art Alarmzustand, oft, ohne es überhaupt zu merken. Und genau da setzt bewusste Atmung an, denn sie kann unglaublich kraftvoll und transformierend wirken.

 

Vorab: Breathwork ist kein Trend, sondern ein Ansatz, uraltes Wissen, über unsere Atmung in den modernen Kontext zu bringen.
Da unsere Atmung, direkt mit unseren Nervensystem verbunden ist, ist sie vor jeder Bewegung, das stärkste Tool, uns selbst zu regulieren und unseren Bewusstseinszustand zu erhöhen.

Viel mehr als nur Sauerstoffaufnahme

Die Art, wie wir atmen, hat Einfluss auf:

  • unser Stresslevel
  • unsere Gedanken
  • unseren Herzschlag
  • unsere Körperspannung
  • unsere Emotionen
  • unser Sicherheitsgefühl

Wenn wir dauerhaft gestresst sind, verändert sich automatisch unsere Atmung.

Dann atmen wir in der Regel hektischer oder flacher (hauptsächlich in den Brustkorb, halten die Luft unbewusst an oder atmen viel zu schnell!

 

Das Problem ist: Unser Körper interpretiert diese Art zu atmen oft als Signal von Stress oder Gefahr. Dadurch bleibt das Nervensystem in Alarmbereitschaft. Der berühmte Fight, Flight or Freeze Modus ist dauerhaft aktiv.

Das ist oft der Grund, warum manche Menschen selbst im Urlaub oder auf der Couch innerlich weiterhin angespannt oder nervös sind. Der Körper hat nie wirklich gelernt:

„Ich bin sicher.“

Warum bewusste Atmung so regulierend wirkt

Das Faszinierende an unserer Atmung ist: Sie ist eine der wenigen Funktionen unseres Körpers, die sowohl automatisch als auch bewusst gesteuert werden kann. Und genau darin liegt ihre einzigartige Kraft.

 

Denn über die Atmung können wir unserem Nervensystem bewusst Signale senden. Signale wie zum Beispiel:

  • Langsamer werden
  • Sicherheit
  • Ruhe
  • Regulation
  • Loslassen

Besonders langsame, tiefe und bewusste Atemzüge können dem Körper helfen, aus dem dauerhaften Stressmodus herauszukommen. Das passiert nicht innerhalb von drei Sekunden, am Anfang wahrscheinlich auch nicht in drei Minuten. Jedoch durch eine regelmäßige tägliche Praxis lernt das Nervensystem Sicherheit und viele Menschen stellen irgendwann fest:

  • mehr Ruhe im Kopf
  • weniger innere Unruhe
  • emotionales Loslassen
  • bessere Körperwahrnehmung
  • mehr Präsenz
  • tiefere Entspannung

Manchmal merken wir auch dann erst, wie angespannt wir tatsächlich die ganze Zeit gewesen sind.

 

Breathwork muss nicht laut und intensiv sein

Es kann laut und intensiv sein, je nachdem in welchem Setting wir üben und welches Ziel wir verfolgen. So zum Beispiel beim holotropen oder psychedelischen Atmen, was extrem kraftvolle Atempraktiken sind. In solchen Sessions sind emotionale Durchbrüche, Hyperventilation, intensive Erfahrungen, oft unter Begleitung gezielter Musikauswahl, möglich.

 

Breathwork kann und darf auch sehr sanft sein.

Manchmal reichen schon ein paar tiefe Atemzüge, eine regelmäßige Morgen- oder Abendpraxis, langes bewusstes Ausatmen und mehr Präsenz im eigenen Körper.

 

Gerade für ein überreiztes Nervensystem ist weniger am Anfang oft mehr. Meistens empfehle ich genau das für den Einstieg. mehr geht immer ;-)

Oft liegt die eigentliche Veränderung darin, überhaupt wieder in eine bewusste Selbstwahrzunehmung zu kommen und zum Beispiel bewusst zu beobachten: "Wie atme ich gerade?"

Die Atmung als Brücke zurück zu uns selbst

Heutzutage sind wir stark darauf gepolt Lösungen im Außen zu suchen, zum Beispiel in Form von mehr Motivation, Kontrolle, Selbstdisziplin, neue Methoden...

Oft vergessen wir dabei, dass unser Körper schon längst Signale sendet und gleichzeitig alles Wissen darüber, wie wir sie regulieren können, bereits in sich trägt!

So können wir mit unserer Atmung bewusst eine Art Brücke zu unserem Körper, zu dem Moment in dem wir gerade sind und zu unseren Gedanken schlagen.

Und das ist nicht irgendein Trend oder spirituelles Wohooo, sondern reine Körperintelligenz. 

Zu lernen, sich selbst zu regulieren, heißt nicht, das ganze Leben zu verändern, sondern ganz einfach erstmal durchzuatmen! //mw

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